Pädagogische Grundlagen

P1010521Der Grundgedanke unseres pädagogischen Handelns ist bestimmt von der Erkenntnis, dass Kinder in jedem Alter ernstzunehmende Persönlichkeiten mit dem Recht auf Selbstbestimmung sind. Wir möchten auf der Basis unserer pädagogischen Grundsätze Ihrem Kind liebevolle, konsequente und berechenbare Begleiterinnen in einer entscheidenden Entwicklungsphase sein. Wir anerkennen den dreifachen Auftrag „ Bildung, Erziehung und Betreuung“ und setzen ihn unseren Möglichkeiten entsprechend in der Praxis um. Wir beobachten genau und kennen die Fähigkeiten der Kinder.

Wir planen und reflektieren im Team unser Tun und sind zu Änderungen bereit. Wir wollen vielfältige Lern- und Erfahrungsprozesse initiieren und begleiten und bieten Kindern Strukturen, Freiräume und Mitbestimmung. Wir schaffen veränderbare Räume, die Geborgenheit vermitteln und aktives Handeln ermöglichen. Die Eltern unserer Kinder sind Erziehungspartner; wir  bieten ihnen grundsätzlich Gesprächs – und Informationsmöglichkeiten. Sie können hospitieren und mit eigenverantwortlichen Angeboten (Gärtnern, Computerkurse, Backen etc.) an unserem pädagogischen Alltag teilhaben und ihn mitgestalten.

Wir freuen uns über das Vertrauen und die Freundschaft, die uns kleine Menschen entgegenbringen und wollen miteinander den Alltag gestalten.Die „Villa Konfetti“ ist keine Insel, sondern ein geschütztes Übungsfeld für soziale Interaktionen mit Hilfsangeboten, falls nötig. Es ist uns wichtig zu vermitteln, dass wir Schwächere schützen, andere Meinungen akzeptieren und GEMEINSINN einen Wert für uns besitzt. Wir leben friedfertig miteinander, wir lösen Konflikte gewaltfrei und fördern eine Streitkultur. Wir sind offen für „Fremdes“, freuen uns über Menschen aus anderen Ländern und sind neugierig.

Wir sind freundlich miteinander. Große und Kleine haben bei uns Platz und wir haben gerne Gäste. Wichtige Dinge besprechen wir miteinander, jeder hat ein Rederecht. Wir zeigen unsere Gefühle und reden deshalb oft über Zorn, Angst, Trauer und Freude. Wir handeln alles miteinander aus. Es gibt bei uns Regeln und Vereinbarungen, aber auch Gesetze. Unsere Kinder sollen lernen, sich in andere hineinzuversetzen und mitfühlend zu sein. Unser Haus ist gewaltfrei – wir vermitteln Kindern Strategien, mit Ärger und Streit konstruktiv umzugehen. Sie können hier lernen, dass andere Menschen andere Ansichten haben und ihren eigenen Standpunkt klären. Sie erfahren, dass es Gemeinsamkeiten und Unterschiede gibt – Kooperation und Solidarität.

Aggressive Kinder erfordern unsere besondere Aufmerksamkeit und Zuwendung, denn es gelingt ihnen häufig nicht, ohne unsere Hilfe Kontakte zu knüpfen und tragfähige Beziehungen zu Anderen einzugehen. Sie können sich nur schwer in Gruppen integrieren und/oder haben mit einzelnen Kindern erhebliche Probleme. Sie leben in Anspannung und großer Sorge, dass sie wahrgenommen werden, und verwenden viel Energie darauf, mit extremem Verhalten Aufmerksamkeit zu erzielen. Erzieherinnen im Elementarbereich kennen ihren Auftrag, Kindern auf dem Weg soziale Kompetenzen zu erwerben, behutsam zu begleiten.

Das heißt: nicht wegschauen, aufmerksam beobachten, eingreifen, wenn Gefahr „ im Verzuge“ ist, Hilfe anbieten, konsequent reagieren, Kindern vermitteln, dass vereinbarte Regeln unbedingt einzuhalten sind und die Grenzen des Anderen zu achten.

Häufig können sich diese Kinder mit Anderen nicht verständigen, gelegentlich verletzen sie sich wechselseitig. Es ist unsere Aufgabe, Alternativen zum gewohnten Verhalten zu vermitteln und oft genug bieten sich im Kindergarten gute Möglichkeiten, Verständnis und Toleranz zu fördern. Hier gibt es die einzigartige Gelegenheit, Kindern Wege der Verständigung aufzuzeigen und miteinander einzuüben. Viele Kinder brauchen in Konfliktsituationen unsere Unterstützung; aber eine ganz besondere Herausforderung besteht darin, orientierungslosen Kindern ein entsprechendes Umfeld zu schaffen. Kinderverhalten ist immer auch eine Reaktion auf Erzieher- und Elternverhalten. Gerade Kinder, die nicht „pflegeleicht“ sind, stehen unter besonderem Schutz, denn sie haben es unendlich viel schwerer, in Gruppen akzeptiert zu werden und sind grundsätzlich zuwendungsbedürftig. Wir möchten erreichen, dass sich Kinder für ihr Handeln unter Berücksichtigung ihres Alters verantwortlich fühlen und erwarten von ihnen Erklärungen für körperliche oder verbale Übergriffe.

20150911_120612Kinder müssen wissen, dass es Eklat – Vermeidungsstrategien gibt und sollen sie erproben dürfen. Sie müssen die verbalen Möglichkeiten kennen lernen, einem Konflikt im Entstehen die Schärfe zu nehmen und sich sicher sein, dass im Notfall ein Hilfsangebot erfolgt. Sie erfahren im Gespräch, dass der Entstehungsprozess eines Konfliktes meist vielschichtig ist und oft mehrere daran beteiligt sind. Kinder stellen fest, dass es schwierig ist, die „Schuldfrage“ zu klären. Sie lernen, ihre Gefühle zu benennen und müssen sich nicht dafür schämen. Sie erleben, dass ihre Emotionen ernst genommen werden (und auch die des Kontrahenten). Sie lernen zwischen Gesetzen, Regeln, Verhandlungen und Vereinbarungen zu unterscheiden und müssen die Leitlinien für das Miteinander im Kindergarten verstehen und beachten. Es ist unser erklärtes Erziehungsziel, Kindern zu vermitteln, dass ein alle zufrieden stellendes Miteinander im Kindergarten den Erwerb sozialer Fähigkeiten erforderlich macht. Dazu gehören bei uns Respekt, Verständnis, Einfühlungsvermögen, Selbstbewusstsein, Ehrlichkeit und Höflichkeit.

Wir zeigen Kindern die Natur und haben keine Angst vor schlechtem Wetter. Wir wissen, dass wir Pflanzen und Tiere schützen müssen, weil es nur eine Welt gibt. Wir ärgern uns über Umweltsünder und versuchen Müll zu vermeiden.

Wir sagen auch NEIN, wenn wir spüren, dass Kinder Grenzen erfahren wollen. Wir vertrauen auf kindlichen Ideenreichtum und wissen, dass aus Langeweile Kreativität entstehen kann. Wir versuchen Kinder zu motivieren, eigene Problemlösungen zu suchen. Wenn Hilfe nötig ist, stehen wir zur Verfügung. Wir wissen, dass Kinder Niederlagen und Frustrationen aushalten können müssen. Wir reden mit ihnen darüber, zeigen Verständnis und trösten.

Wir arbeiten gerne in unserem Beruf, schätzen die Vielfalt der Aufgabenbereiche und sind täglich erstaunt, wie viel es noch zu lernen gilt. Wir haben Platz für Integrationskinder. Das Kind mit Behinderung soll kein Außenseiter sein – aber auch keine Sonderrolle erhalten. Mitleid ist für uns keine Basis. Wir respektieren Individualität und wissen, dass Arbeit mit Kindern ohne die Einbeziehung der Familien nicht vollständig ist. Kontakte mit Eltern, Geschwistern und Großeltern sind bereichernd und unerlässlich. Wir berücksichtigen die sich ständig verändernden Lebensumstände von Kindern und ihren Familien und gestalten unsere Angebote dementsprechend.

Wir nehmen an Fortbildungen teil und entwickeln gemeinsam und mit Eltern unsere Arbeit weiter. Gemeinsam mit Ihnen möchten wir die Entwicklung Ihres Kindes verantwortungsbewusst begleiten und wir freuen uns auf eine gute Zusammenarbeit. Für Gespräche und Nachfragen stehen wir Ihnen jederzeit zur Verfügung. Vereinbaren Sie nach Bedarf mit den Mitarbeiterinnen Termine. Sie können uns besuchen, den Kindergartenablauf betrachten und die Mitarbeiterinnen kennen lernen.

DSCF1914Kindeswohl und Kinderschutz

Der §8a des Sozialgesetzbuches regelt das Verfahren im Falle einer vermuteten Kindeswohlgefährdung. Wir besuchen regelmäßig Fortbildung zu diesem Thema und haben ein Schutzkonzept entwickelt.

Jede Fachkraft ist verpflichtet, aufgrund gewichtiger Anhaltspunkte das Gefährdungsrisiko einzuschätzen und gegebenenfalls Maßnahmen einzuleiten. Wir ziehen im Fall der Kindeswohlgefährdung eine „insofern erfahrene Fachkraft“ hinzu. Es handelt sich hier um qualifizierte Fachkräfte des Allgemeinen Sozialen Dienstes des Wetteraukreises und des Vereins Wildwasser – Wetterau e.V.

Netzwerk:

Wir kooperieren mit folgenden Institutionen:

Kapersburgschule/örtliche Grundschule

Evangelische Familienbildungsstätte Friedberg/Bad Nauheim

Frühförderstelle der Lebenshilfe/Friedberg

Fachschule für Sozialpädagogik BSG/Bad Nauheim

Fachschule für Sozialpädagogik /Usingen

Sozialpädiatrische Zentren in Frankfurt/Gießen

Örtliche Logopäden + Ergotherapeuten

Kindertherapeuten/Kinder – und Jugendpsychiatrie

Erziehungsberatungsstelle Friedberg + Allgemeiner Sozialer Dienst/Wetteraukreis

Wildwasser e.V.

Evangelische Burgkirchengemeinde/Rosbach

Fachberatung der Stadt Rosbach + des Wetteraukreises