Das letzte Jahr im Kindergarten

20150911_122603„Erkläre mir, und ich vergesse.
Zeige mir, und ich erinnere.
Lass mich es tun und ich verstehe.“
Konfuzius

Wir gehen davon aus, dass Kinder selbst entscheiden, was, wo und wann sie lernen. Ohne Angebote, Rat und Unterstützung aber ist Lernen nicht möglich. Kinder brauchen Material, Anregung, die emotionale Beteiligung und das echte Interesse des Erwachsenen. Aber sie brauchen auch ungestört Raum und Zeit für ihre eigenen Versuche und Experimente in Räumen, die Platz bieten für Theater, Bewegung, Kuscheln, Basteln, Hämmern, Steine klopfen . . . . . . .

Die allseitige Bildung des Kindes ist uns wichtig. Wer seinen Tag stets in gewohnten Bahnen verbringt, verpasst Weiterentwicklungschancen und wird nie entdecken, was ihm alles gelingen kann. Die Welt ist vielseitig und will mit Händen und Füßen, Körper, Geist, Seele und Sinnen begriffen, erfühlt und erfasst werden. Das Vorschulkind beginnt nun immer mehr die eigene Persönlichkeit mit eigenen Wünschen und Zielen zu entwickeln. Es misst sich an anderen, braucht gleichaltrige Freunde und orientiert sich nicht mehr ausschließlich an den Eltern. Bei diesen Schritten in die „Unabhängigkeit“ wollen wir Ihren Kindern mit Geduld, Konsequenz, Zeit, Zuwendung und Gesprächen zur Seite stehen. So lernen sie mit Ängsten und Unsicherheiten umzugehen und Entscheidungen zu treffen; sie erweitern den Wortschatz und üben das selbstständige Denken. Im intensiven Spiel können sie Phantasie entwickeln und ihre Ausdauer erproben. Soziale Fähigkeiten werden vertieft und die Leistungsfähigkeit der Sinne gestärkt. Wir wollen dazu beitragen, dass die Kinder Freude am Entdecken und Lernen, Spaß an Farben, Formen und ihrer Umwelt haben. All das bildet die Grundlage, mit Neugier, Interesse und Spaß zur Schule zu gehen. Die Vorschulkinder treffen sich in ihrem Gruppenraum täglich mit ihrer Erzieherin zu Gesprächsrunden und Bastelaktionen.

Vorrangig ist es unser Ziel, mit ca. 15 –25 Kindern in einer Gleichaltrigengruppe gemeinsam geplante Aktionen und Projekte durchzuführen. Neu entstehende Freundschaften, aber auch Konflikte und Krisen prägen die ersten Wochen unserer Treffen. Folgende Fragen sind wichtig:

  • Wer bin ich und wer sind die Anderen?
  • Haben wir gemeinsame Interessen?
  • Kann ich andere Meinungen akzeptieren?
  • Kann ich mich durchsetzen – und wie?
  • Will ich mich mit Anderen auseinandersetzen?
  • Hilfe – ich erlebe Konkurrenz!
  • Ich finde Partner und neue Freunde.
  • Wie streiten wir?
  • Wie geht es mir und den Anderen? Kann und will ich über meine Gefühle reden?
  • Kenne ich die anderen gut?
  • Kann ich etwas über die anderen erfahren und berichten?

IMG_20140930_143503Eine Fülle von Fragen bestimmen diese Runden und werden besprochen. Verschiedenste Aktionen stärken das Gruppengefühl und lassen Raum und Zeit um sich besser kennen zu lernen – und zu verstehen. Gefühle wie zum Beispiel: „Ab- und Zuneigung“, „Zusammengehörigkeit und Isolation“ werden thematisiert und mit Büchern und Gesprächen vertieft und bearbeitet. Bei Bastel- und Malaktionen üben wir Fingerfertigkeit und Ausdauer, im Umgang mit verschiedenen Materialien können die Kinder fantasievoll ihre Vorstellungen umsetzen. Kleine Ausstellungen ihrer Werke machen stolz auf Gelungenes und stärken das Vertrauen in eigene Fähigkeiten. Eine unreflektierte Vorverlegung schulischer Lernmethoden und Lehrstoffe findet keinesfalls statt. Der ganzheitliche Bildungs- und Erziehungsauftrag des Kindergartens und die umfassende Förderung beginnen mit Eintritt des Kindes als Dreijährige/r in den Kindergarten.
Waldwoche der Vorschulkinder

20150511_114748Unsere Großen sind alljährlich im Spätsommer im Wald unterwegs. Der Wald mit Pflanzen und Tieren bietet mit seinen Möglichkeiten den „Forschern“ mit Lupe, Bestimmungsbüchern und der fachlichen Unterstützung von Revierförster Sill ein tolles Terrain. Hier werden Bäche gestaut und die Gesetze der Schwerkraft hautnah erlebt. Weder Regen noch späte Schneeschauer halten die Kinder davon ab, mit allen Sinnen Natur zu erfahren. Regelmäßige Ausflüge in Feld, Wald und Wiese zeigen uns immer wieder, wie positiv sich ein nahezu unbegrenztes Raumangebot inmitten eines ursprünglichen Umfeldes in relativer Stille auf das Verhalten der Kinder auswirkt:

Der Zusammenhalt der Gruppe wird gestärkt – Fein- und Grobmotorik werden gefördert – Aufmerksamkeit und Achtsamkeit werden geübt – Naturkenntnisse werden erweitert – Interesse für Umweltfragen wird geweckt – Vielfältige Sinneserfahrungen sind möglich.